Wirtschaftsmediation
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Mediation im Wirtschaftsleben - ist das realistisch ? In einer Zeit
zunehmender Konkurrenz, abnehmender Gewinnmargen, zunehmenden Drucks durch
die Erwartungen der Shareholder
und zunehmender HŠufigkeit von Wettbewerbs- oder
Schutzrechtsverletzungen ist die obige Frage gerechtfertigt. Passt die
Mediation Ÿberhaupt in das heutige Wirtschaftsleben? Ich mšchte
die Frage anhand eines Praxis-Beispiels eršrtern: Streitfall
Firma Einstein ./. Firma Kennteinjeder Firma
Einstein und Kennteinjeder sind Wettbewerber auf dem Gebiet der Herstellung
von Leichtmetallfelgen. Firma
Einstein hŠlt ein Patent auf ein Herstellungsverfahren fŸr
Leichtmetallfelgen. Firma
Kennteinjeder hat einen wesentlich besseren Marktzugang und
entsprechend mehr Vertriebspotenzial. Firma Kennteinjeder hat von dem
vorteilhaften Herstellungsverfahren Einsteins gehšrt und wendet das Verfahren
an, ohne sich Ÿber das Vorliegen einer Schutzrechtsverletzung bewu§t zu sein.
Herkšmmliches
Verfahren Einstein
verklagt Kennteinjeder vor dem LG DŸsseldorf auf Patentverletzung.
Kennteinjeder verteidigt sich,
wechselt aber vorsichtshalber wieder auf das vorherige teuerere
Herstellungsverfahren. Der Klage wird in zwei Instanzen, die sich Ÿber einen
Zeitraum von zweieinhalb Jahren hinziehen stattgegeben. Resultat: - Personalressourcen sind bei beiden Parteien fŸr zweieinhalb
Jahre gebunden. - Es sind enorme Kosten angefallen, die zum grš§ten Teil
Kennteinjeder, teilweise aber auch Einstein zu
tragen hat. - Die Ertragssituation von Einstein verbessert sich nicht - Kennteinjeder mu§ mit einem Šlteren teureren Verfahren
arbeiten. Alternative:
Mediation Der Mediator
bewirkt in drei Sitzungen ‡ zwei Stunden , da§ sich beide Firmenchefs Ÿber
ihre BedŸrfnisse und Interessen im Klaren werden. - Einstein
will durch das Patent die Ertragslage verbessern -
Kennteinjeder will kostengŸnstiger produzieren. Nach drei
Sitzungen einigen sich beide Parteien auf folgende Lšsung: Kennteinjeder
zahlt an Einstein fŸr die vergangene Zeit der Verwendung des Verfahrens eine
Pauschalsumme von 10.000 EUR. Zudem erhŠlt Kennteinjeder von Einstein eine
Lizenz an dem Patent dahingehend,. dass Kennteinjeder in Art einer
StŸcklizenz ein Drittel der durch die Anwendung des neuen Verfahrens
erzielten Kostenersparnis an Einstein zahlt. Vorteile: - Kurzes
kostengŸnstiges Verfahren zur Lšsung des Konfliktes -
Verbesserung der Ertragssituation Einsteins - Nutzung des
kostengŸnstigeren Verfahrens durch Kennteinjeder Es resultiert
somit eine Situation, von der gesamtwirtschaftlich betrachtet jede der beiden
Parteien profitiert, eine sogenannte win-win Situation. Obwohl man
dies eher Familienkonflikten zuschreiben mšchte, wird auch im
Wirtschaftsleben der Konkurrenzkampf
emotional gefŸhrt, was dazu fŸhrt, dass die Firmen, in dem Bestreben,
dem Konkurrenten "eins auszuwischen" manchmal den Blick fŸr ihre
eigentlichen Interessen verlieren. Insoweit
unterscheidet sich die Mediation auch von den alternativ angebotenen
Schiedsverfahren, in welchen - zumeist Šhnlich den herkšmmlichen
Zivilverfahren - einer Partei Rechtgegeben wird. Auch hier entscheiden Dritte
darŸber, wer Gewinner und Verlierer des Disputes ist. Eine gut
gefŸhrte Mediation sollte darauf hinauslaufen, dass beide Parteien den fŸr
ihre eigentlichen Interessen grš§tmšglichen konsensfŠhigen Nutzen aus dem
Disput ziehen. FŸr weitere
Informationen unter Wirtschaftsmediation siehe bitte Industriemediation
durch Hans-Jšrg Habersack, Dr. Hendrik Wahl und |