Mediation im Familienrecht
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Auch wenn die Mediation in
allen Bereichen des Familienrechts denkbar ist (Trennungskonflikte, Erbrechtsauseinandersetzungen,
Unternehmensnachfolgen, etc.) sei hier das Prinzip dieses Verfahrens zunŠchst
an einem ganz klassischen Beispiel erlŠutert: Ein Ehepaar mit
minderjŠhrigen Kindern steht am Ende der Paarbeziehung. Was tun? Wie der ãnormaleÒ Weg
aussieht, ist den meisten bekannt: Beide gehen zum Anwalt und
Schriftsatz fŸr Schriftsatz wird das Klima frostiger und zuletzt entscheidet
meist ein Dritter - der Richter Ð Ÿber die nackten Fakten. Im besten Fall wird ein
au§ergerichtlicher Vergleich Ÿber die zu regelnden Angelegenheiten
geschlossen. Was in jedem Fall
unberŸcksichtigt bleibt, ist die individuelle Situation. Von einer Einbeziehung der
Emotionen ganz zu schweigen. Die Mediation ist der andere Weg! In der Mediation finden die
Parteien ihre eigene Lšsung, nŠmlich die, mit der alle/ beide gut
leben kšnnen. Voraussetzung ist
allerdings, dass Motivation vorhanden ist und Eigenverantwortung Ÿbernommen
wird. So dies der Fall ist,
leitet der Mediator die Medianten durch einen spannenden, manchmal
schmerzlichen und gleichzeitig befreienden Proze§ zu einer Vereinbarung hin, die fŸr die Parteien stimmig
ist, beiden gerecht wird und auch von beiden als gerecht empfunden wird. Neben der Tatsache, dass
die so getroffenen Vereinbarungen praktisch immer gut eingehalten werden Ð im
Gegensatz zu so manchem Urteil- , haben sich die Parteien nicht noch weiter
verletzt, sondern einander mšglicherweise seit sehr langer Zeit einmal wieder
wirklich wahrgenommen und zugehšrt. Hinsichtlich des Ablaufs
des Verfahrens darf auf die Startseite verwiesen werden. Die Mediation hŠtte es
verdient, in unserer Rechtskultur wesentlich grš§ere Beachtung zu finden Ð
ist sie doch deutlich mehr als das herkšmmliche Verfahren dazu in der Lage,
bei unseren heutigen LebensverhŠltnissen Frieden zu schaffen. Wir leben einfach in
einer Zeit und Gesellschaft, in welcher die lebenslange Ehe zur Seltenheit
geworden ist. Egal, wie man zu dieser
Tatsache steht, notwendig fŸr die Gesellschaft ist, dass sie mit dieser
ãneuenÒ Situation umgeht. Zu befried(ig)enden Lšsungen kommt hier eigentlich nur die Mediation, weil sie den gesamten Lebenssachverhalt begreift und allen Tangierten (also auch den Kindern etwa) die nštige Beachtung schenkt. Wir sind der Meinung, dass
der Trend endlich auch im Rechtsbereich zum ãGanzheitlichenÒ fŸhrt. In der Medizin sind sanfte,
alternative Heilweisen mittlerweile lŠngstens salonfŠhig und die unnatŸrliche
Abspaltung der ãkopflastigen SchulmedizinÒ wird als oft unvollstŠndig
erkannt. Eigentlich haben wir ein
Šhnliches Problem im Rechtssystem. Die Juristen werden in ihrer Ausbildung
jahrelang getrimmt, einen komplexen Lebenssachverhalt auf rechtsrelevante
Daten ãzusammenzukŸrzenÒ. Eine mšglicherweise hochemotionale Angelegenheit
wird auf wenige Fakten zurŸckgefŸhrt und unter ein passendes Gesetzt subsumiert
. Dabei wird man dem
einzelnen Menschen als Individuum aber nicht gerecht! Das ist auch einer der
entscheidenden GrŸnde, warum heute in vielen FŠllen so erbittert Ÿber Jahre
hinweg gestritten wird. Es geht nŠmlich oft gar nicht um das, worum vor
Gericht gestritten wird, sondern um grundlegende menschliche BedŸrfnisse.
Ein Beispiel: Zwei Geschwister streiten
um ein Erbe, obwohl beide ohnehin vermšgend sind und das Geld nicht benštigen
Ð in Wahrheit wird wegen etwas anderem gestritten: Vielleicht fŸhlte sich
einer immer benachteiligt und will heute Gerechtigkeit oder einer hat die
vormals kranken Eltern gepflegt und will Anerkennung und ãEntschŠdigungÒ fŸr
gro§e nervliche Belastung und und und Ð all diese Gesichtspunkte spielen vor
Gericht keine Rolle, sind jedoch von entscheidender Bedeutung, wenn man dem
Konflikt wirklich beikommen will. Nach hier vertretener
Auffassung ist die Mediation das KonfliktbewŠltigungsmodell der Zukunft, da
es den Menschen in ihrer IndividualitŠt Respekt zollt und darauf vertraut,
dass letztendlich jeder, d.h. auch alle Streitenden, selbst am besten wissen, wie sie zum Frieden
zurŸckkehren kšnnen. Die durch den Proze§
fŸhrende Begleitung des Mediators/der Mediatorin ist Ermutigung und Hilfe zur
Selbsthilfe. Last not least ist die
Mediation fast immer auch die deutlich kostengŸnstigere Variante.. |